Nazis stoppen! Kafe Marat verteidigen!

Für Morgen, Samstag den 21.Januar 2012, planen Nazis aus dem Spektrum des Freien Netz Süd (FNS) in München einen Aufmarsch gegen das selbstverwaltete „Kafe Marat“ durchzuführen.

Aktuelle Infos findet ihr auf der Seite des Kafe Marat.
Einen Hintergrundartikel gibts auf a.i.d.a.

Für Menschen, die mit der BOB kommen wollen, gilt es, gut zu überlegen, wann und wie anzureisen:
Die im FNS organisierte „Kameradschaft München Nord“ bewirbt zudem – wie bei vorangegangenen neonazistischen Aktionen in München – erneut einen (nichtangemeldeten) Vorabtreffpunkt um 12.00 Uhr am Hauptbahnhof, Ausgang Arnulfstraße. (Das ist da, wo die BOB ankommt)

Auch 2012…

…wird hier weiter gebloggt, immer schön dem „Motto“ nach:

„Jeder Hochmut gegenüber der Landbevölkerung ist mir fern. Ich weiß, daß kein Mensch etwas dafür kann, ob er ein Städter ist oder im Dorf groß wird. Ich registriere dabei nur, daß wahrscheinlich die Entbarbarisierung auf dem platten Land noch weniger als sonstwo gelungen ist. Auch das Fernsehen und die anderen Massenmedien haben wohl an dem Zustand des mit der Kultur nicht ganz Mitgekommenseins nicht allzuviel geändert.
Mir scheint es richtiger, das auszusprechen und dem entgegenzuwirken, als sentimental irgendwelche besonderen Qualitäten des Landlebens, die verlorenzugehen drohen, anzupreisen.“
(Adorno: Erziehung nach Auschwitz)

…auch wenn wir in den letzten zwei Monaten nicht wirklich dazukamen. Zwei Links zu Ereignissen in den letzten Wochen:

Bei einem Aufmarsch von Neonazis am 10.12.2011 in München bewies ein ehemaliges Transparent der „Kameradschaft Miesbach“ (Wir stürmen dem Siege entgegen – Kampf der Rotfront), dass die Miesbacher Nazis weiter in entsprechenden Kreisen aktiv sind: Bericht auf aida

Positiv allerdings ist, dass die Renovierungen im „Haindlkeller“, indem ein selbstverwaltetes Jugendzentrum entstehen soll, weiter vorankommen:
Artikel aus dem Miesbacher Merkur

Von den sogenannten „Aussteigern“…

Nachdem die „Kameradschaft Miesbach“ seit einiger Zeit zumindest öffentlich nicht mehr auftritt, hatten sich Gerüchte breitgemacht, dass einige Mitglieder „ausgestiegen“ wären. Das Gegenteil für mindestens einen der Kameraden bestätigte sich am letzten Samstag in München:

In der Gegend rund um den Infotisch patrouillierte ein jüngeres Quartett, dem unter anderem die führenden Neonazi-Aktivisten Franz Sedlbauer („Kameradschaft München Nord“) und Michael Hutter (BIA, Ex-“Kameradschaft Miesbach“) angehörten.

Das berichtet das aida Archiv von einem Aktionstag der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) und Mitgliedern neonazistischer Kameradschaften am Samstag, den 22. Oktober 2011: Den kompletten Artikel von aida lesen

Angesichts der seit Monaten kursierenden „Aussteigergerüchte“ in Miesbach in Bezug auf unterschiedliche Personen, die teilweise sehr aktiv in der (bayerischen) Neonaziszene waren, möchte ich noch auf einen recht guten Text zum Thema im Antifaschistischen Infoblatt hinweisen. Hier ein Auszug:

Ein Ausstieg muss davon gekennzeichnet sein, dass die betroffene Person von sich aus ihre Ideologie als in allen Punkten falsch, menschenverachtend und nicht mehr länger vertretbar erkennt. Die ideologische Grundeinstellung muss als Hauptproblem angesehen werden, nicht deren Ausdruck, Glaubwürdigkeit oder Aktionsform. Es sollte davon ausgegangen werden, dass AussteigerInnen nicht von heute auf morgen ihre gesamten Überzeugungen über Bord werfen können. Ein Ausstieg bedeutet also, einen langen und schwierigen Prozess einer ideologischen Entwicklung durchzumachen, an dessen Ende nur die Konsequenz bleibt, sich selbstverständlich und konsequent gegen seine ehemaligen »Kameraden« zu stellen.

Lesung: Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland

Gefunden auf: annaberg.blogsport.de

Veranstaltungsort: Pfarrheim St. Sixtus, Schliersee
Termin: 16.11.2011 (Mi.) , 20:00 Uhr – 21:30 Uhr
Der ehemalige Miesbacher Gymnasiallehrer Reinhold Friedrich liest aus seinem Buch „Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland – Schliersee und Hausham zwischen 1933 und 1945 “.

Schliersee war in den Jahren des Nationalsozialismus keine gewöhnliche Landgemeinde. Schon 1938 konnte die dortige Ortsgruppe der NSDAP ihr fünfzehnjähriges Bestehen feiern und der zuständige Kreisleiter stolz eine nationalsozialistische Mustergemeinde präsentieren. Wie es wirklich war und dass Vieles unter der offiziellen Decke verborgen blieb, zeigt ein Blick in die Spruchkammerakten und anderes Archivmaterial: Das Spektrum reicht vom still duldenden Zeugen Jehovas über opponierende Trachtenvereinsmitglieder bis hin zu parteiinternen Intrigen. Opposition regte sich vor allem in der benachbarten Bergbaugemeinde Hausham, die immer ein »roter« Dorn im Fleisch der NSDAP blieb. Der braune Kult um das Gefallenendenkmal des Freikorps Oberland und der Betrieb in der Schule der SA-Gruppe Hochland sorgten schon früh für eine überregionale Ausstrahlung Schliersees im nationalsozialistischen Bayern. Als sich dann noch die prominenten Reichsminister Hans Frank, Heinrich Himmler und Otto Meißner hier mit Landsitzen und Jagdhäusern niederließen, war auch die Verzahnung mit der großen nationalsozialistischen Welt Berlins gegeben. In diesem Kosmos fehlten nicht die Schattenseiten, denn den Herren folgten die Knechte. In diesem Fall waren das die Häftlinge der Außenkommandos, die das Konzentrationslager Dachau hier betrieb. Ergänzt wird diese Studie durch eine fotografische Dokumentation der behandelten Bauten der NS-Zeit sowie exemplarische archivalische Materialien.

Kartenvorverkauf über Bücher-Oase Schliersee, Tel. 08026/6904
Ort: Pfarrheim St. Sixtus, Schliersee

„Das haben sich die Jugendlichen selbst aufgebaut“

Manch eine_r hat es schon munkeln gehört: In Miesbach gibt es bald ein selbstverwaltetes Kultur- und Jugendzentrum. Nach fast zwei Jahren mehr oder weniger hartnäckiger Arbeit der „Freiraumgruppe“ mit zahlreichen Aktionen, vom Flashmob auf dem Marktplatz, Tanzkundgebungen vor dem Rathaus bis zum Glühweinstand am Winterfest hat die Stadt eingelenkt, und eingesehen, dass ein Raum dringend benötigt wird.
Nachdem der Raum, den der „eigeninitiativ“ (Verein für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Miesbach) ursprünglich ins Visier genommen hatte, aus verschiedenen Gründen dann doch nicht in Frage kam, bot die Stadt dem Verein den Haindlkeller, den „ehemaligen Sommerkeller des kurfürstlichen Brauhauses am Stadtplatz“ an (Wikipedia), der seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt wird und entsprechend renovierungsbedürftig ist.

Kann hoffentlich bald von der Freiraumgruppe bezogen werden: Der Haindlkeller. Foto: eigeninitiativ e.V.

Allerdings war die Höhe der Renovierungskosten (bis zu 100 000 Euro) immens. Die Freiraumgruppe um den eigeninitiativ bewarb sich daraufhin bei dem Wettbewerb „Jugend belebt Leerstand“ und bekam prompt eine Zusage für 120 000 Euro, die allerdings an die Renovierung des Gebäudes gebunden sind. Darüber freute sich nicht nur der eigeninitiativ, sondern auch die Stadt und Bürgermeisterin Pongratz – deren eigenes Projekt im Haindkeller, die Einrichtung eines „Jugend- und Sportkellers“ aufgrund der Finanzierung gescheitert war. Gut für den eigeninitiativ, dass die Gelder nutzungsgebunden auch an die Einrichtung eines „selbstverwalteten Jugendzentrums“ sind. Wie es weitergeht, wird mensch sehen! Lasst euch von der Stadt nicht lumpen, und wir sehen uns hoffentlich bald auf dem Eröffnungsfest!

Und noch ein Liedchen für Euch:
Tocotronic – Let There Be Rock



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